DNK-Scoring

                                                                                                                  Kontext: Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex  

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) ist ein nicht-kommerzieller Berichtsstandard für unternehmerische Nachhaltigkeitsleistungen und nicht-finanzielle Kennzahlen. Er wurde 2010 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) initiiert und seitdem unter Einbezug von Stakeholdern kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel des DNK ist es, Nachhaltigkeitsleistungen von Firmen  transparent und vergleichbar zu machen, damit insbesondere Investoren und der Finanzsektor Nachhaltigkeitsaspekte in Finanzbewertungsmodellen zum Beispiel zur Kreditvergabe und bei Investitionen berücksichtigen können. Der DNK fokussiert sich auf 20 Kriterien nachhaltigen Wirtschaftens und eine Auswahl von Leistungsindikatoren aus umfassenderen Standards, wie der Global Reporting Initiative (GRI) oder der ESG-Richtlinie der European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS). Damit wird er handhab- und anwendbar für große, wie für kleine und mittlere Unternehmen. Gleichzeitig erfüllt er die seit 2017 für kapitalmarkt-orientierte Unternehmen geltende EU-Berichtspflicht zu nicht-finanziellen Aspekten. Die Ergebnisse der von Unternehmen abgegebenen DNK-Entsprechenserklärungen werden auf der Webseite des DNK veröffentlicht.

 

 

Neben dem insbesondere im internationalen Kontext viel-genutzten GRI-Standard entwickelt sich der DNK für Deutschland und perspektivisch im EU-Kontext zu einem führenden Standard – gerade auch für nicht-börsennotierte sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Während ihn bisher bereits über 200 Unternehmen und Organisationen angewendet haben, ist im Kontext der EU-Berichtspflicht ab 2018 weiterhin mit einem starken Anstieg der Entsprechenserklärungen zu rechnen.

 

Nach der Schaffung des Berichtsstandards und von Transparenz ist der nächste Schritt, die Angaben der Unternehmen zu analysieren, zu bewerten und zu vergleichen. Hier gilt es geeignete Bewertungsmodelle zu entwickeln, die auf den DNK-Daten aufbauen. An dieser Stelle setzt das DNK-Scoring an.

 

Methode: "score4more based on DNK" - Das DNK-Scoring 

Das DNK-Scoring wertet die DNK-Entsprechenserklärungen inhaltlich aus. Die von den Unternehmen bereitgestellten Informationen zu den Bereichen Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft werden systematisch analysiert und entlang eines Exzellenzstufenmodells bewertet – die zugeordneten Stufen reichen dabei von "inaktiv" / "nicht nachhaltige" bis hin zu "nachhaltig". Im Modell werden sowohl die über die Kriterien dargelegten Maßnahmen des Unternehmens, als auch die über die Leistungsindikatoren gemessenen Ergebnisse und Erfolge beurteilt

 

Die Bewertung ermöglicht den transparenten Vergleich von Unternehmen im Sinne eines Benchmarkings bezogen auf einzelne Kriterien, Indikatoren oder übergeordnete Scoringergebnisse. Damit kann zum einen herausgearbeitet werden, in welchen Bereichen branchenweit noch Verbesserungspotential besteht, zum anderen können einzelne Unternehmen in Bezug auf spezielle Indikatoren verglichen werden und spezifische Potenziale abgeleitet werden. Die Ergebnisse werden für jedes Unternehmen in einem übersichtlichen Dashbord dargestellt. Weiterhin wird die Stufenbewertung mit einem individuellen Feedback unterlegt, das einerseits die Bewertung erläutert, zum anderen Potentiale und mögliche Schritte zu deren Realisierung darlegt.

 

Abbildung: DNK-Scoring-Struktur und -Ergebnis

 

Das Scoring wird in Zusammenarbeit mit Hochschulen durchgeführt. Dies sichert zum einen die Unabhängigkeit in der Bewertung, zum anderen wird der Transfer und Austausch praxisnahen Nachhaltigkeitswissens zwischen Hochschulen und Unternehmen befördert. Schließlich ist dieses Vorgehen ein Weg, die junge Generation konkret in ihrer Rolle als Stakeholder für Nachhaltigkeit aktiv einzubinden. Ein erster Pilot wurde mit dem Center for Advanced Sustainability Management (CASM) der Cologne Business School (CBS) bereits durchgeführt:

 

Das DNK-Scoring wurde 2018 erstmals im Wettbewerb des Deutschen Nachhaltigkeitspreises eingesetzt. Unternehmen konnten sich mit Ihrer DNK-Entsprechenserklärung am Wettbewerb beteiligen. Die Scoring-Ergebnisse wurden vom DNP genutzt, um die Shortlist der besten Unternehmen zusammenzustellen, die in die Jury eingeladen werden.

 

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