SDG@School

Kontext

Die 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele 2030 der Vereinten Nationen – kurz SDGs (Sustainable Development Goals) – sind für die nächsten Dekaden Leitbild für eine globale nachhaltige Entwicklung. Die Ziele adressieren alle zentralen Themenfelder der Nachhaltigkeit auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene : Sie reichen von der Überwindung der Armut, über den Zugang zu nachhaltiger Gesundheitsversorgung, Bildung, Energie und Wasser bis zum Kampf gegen den Klimawandel und den Schutz der Meere. Anders als die Vorgänger-Ziele – die UN Millenium Goals 2015 – gelten die SDGs nicht nur für einzelne sogenannte Entwicklungsländer, sondern für alle Länder. Ihre klare Botschaft ist: im Bereich der Nachhaltigkeit ist jedes Land noch Entwicklungsland. So hat auch Deutschland jüngst seine eigene Nachhaltigkeitsstrategie in Anlehnung an die SDGs strukturiert und aktualisiert.

 

Ein zentraler Aspekt bei der Umsetzung der SDGs ist es, diese der jungen Generation zu vermitteln, wobei  die Integration in Bildung und Schule eine wichtige Rolle spielt. Hier setzt das SDG@School-Konzept an:  Es macht das umfassende Thema Nachhaltigkeit über die 17 Ziele für Schüler greifbar.

In Projektformaten soll den Kindern ermöglicht werden, sich auf kreative Weise mit den SDGs auseinanderzusetzen. Dabei sollen sie erfahren,

  • wie die SDGs in ihrem Alltag und Lebensumfeld eine Rolle spielen,
  • und wie sie vielfältige Lösungen zur Erreichung der SDGs erarbeiten und umsetzen können.

Den teilnehmenden Schulen soll das Projekt ermöglichen,

  • die Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schulkonzept  zu verankern und damit u.a. dem Berliner Rahmenprogramm für Schulen gerecht zu werden, in dem Bildung für nachhaltige Entwicklung als übergreifendes Thema gesetzt ist;

neue Kooperationen und Netzwerke zu knüpfen, ob mit anderen Schulen und Bildungseinrichtungen auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene oder mit weiteren Projektpartnern aus Gesellschaft und Wirtschaft.

 

Methode

Kernprogramm                                                                                                      

Grundsatz des SDG@School-Konzeptes ist, die Impulssetzung durch intensive, aber zeitlich begrenzte Projekte im Rahmen einer Projektwoche mit der Durchführung von langfristigen Maßnahmen, wie der SDG-Einbettung in Unterrichtsinhalte und der Konzipierung in- und externer Projekte, zu verbinden und somit auch dauerhaft in Alltag und Bewusstsein der Schüler zu verankern.

Abbildung 1: SDG@School-Konzept

 

Impulse, die den Schülern durch spannende Erlebnisse die Bedeutung der SDGs nahebringen sollen, werden vor allem im Rahmen einer Projektwoche gesetzt, die ab Klasse vier, mit Fokus auf Klassen fünf und sechs stattfindet. Im Rahmen dieser Woche werden:

  • jahrgangsübergreifend Projektgruppen gebildet, die sich zunächst einen Überblick über den Kontext der SDGs verschaffen, um sich dann jeweils auf ein SDG zu konzentrieren. Mit diesem beschäftigen sie sich im Folgenden auf spielerische, kreative Art vertiefend und konzipieren oder bearbeiten ein spezifisches, interaktives Projekt. Die farbliche Gestaltung und Visualisierung der Ziele als Würfel bieten z. B. solch einen spielerischen Zugang.
  • Weiterhin werden die Erkenntnisse und Ergebnisse der Projektwoche dokumentiert und sich gegenseitig vorgestellt. Dabei lernen die Kinder über die jeweils anderen Gruppen verschiedenen SDGs kennen und sie sehen, wie die einzelnen SDGs verbunden und im Zusammenhang zu denken sind.

 

Die langfristige Verankerung der SDGs nach der Projektwoche in der Bildungsarbeit der Schule ist in drei Formen geplant:

  • Die Projektpartner stellen SDG-, jahrgangsstufen- und fächerspezifische Unterrichtsmaterialien in einer SDG-Toolbox  zusammen. Hierbei werden schon bestehende Angebote z. B. von Seiten der Vereinten Nationen genutzt. Die jeweiligen Schulen werden dann dazu angeregt, nach den Projektwochen zu entscheiden, in welcher Form diese Toolbox individuell genutzt und damit die SDG-Thematik in reguläre Unterrichtsfächer eingewebt werden kann.
  • Aus den Ergebnissen der Projektwoche können Ideen der Schüler und Lehrer in interne Projekte überführt werden. In Formaten wie einer Nachhaltigkeits-AG oder einem Nachhaltigkeits-WUV („Wahlunterricht verpflichtend“, das sind  Wahlfächer, die von Lehrern geleitet und den Schülern als Unterrichtsfach angerechnet werden) können die internen SDG-bezogenen Projekte von den Schülern weiterverfolgt und in Projektteams vertieft werden.
  • Die weiterführende Beschäftigung mit den SDGs kann auch über externe Projekte in Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft gelingen. Schulen können sich einen Überblick über SDG-orientierte Projekt- und Partnermöglichkeiten in der Region verschaffen und jeweils ein bis zwei passende Angebote z. B. im Rahmen eines Wandertages nutzen. Beispiele sind Projekte wie Köpfchen statt Kohle oder Weltacker.

Programm-Flankierung                                                                                        

 

Die Konzipierung beider Teilaspekte des SDG@School-Programms – die Impulssetzung und die langfristige Verankerung – werden in engem Dialog zwischen externen Projektpartnern und Stakeholdern, das heißt der Schüler, Eltern, Lehrer und Erzieher, Schulleitung und Schulbehörden geschehen. Die Durchführung liegt in den Händen der Schulen und eines Nachhaltigkeitskoordinators aus dem Lehrerkollegium, die von den Projektpartnern zielgerichtet unterstützt werden. Hier ist auch das Thema Weiterbildung wichtig: Das Programm flankierend soll ein entsprechendes SDG-Fortbildungsangebot (mit Präsenz oder online) entwickelt werden, das Lehrkräfte bei Bedarf wahrnehmen können. Um die Wirkung des Projektes zu evaluieren, wird schließlich eine Wirkungsmessung durchgeführt. Neben der Betrachtung eingesetzter Ressourcen (Input), Maßnahmen (Output) und Effekte bei den Zielgruppen (Outcome) zur Erreichung der übergeordneten Zielvision (Impact) werden ebenfalls Daten zu Wahrnehmung der Qualität von Materialien und operativen Prozessen erhoben und für die kontinuierliche Verbesserung des Programms eingesetzt.

 

Abbildung 2: Programm-Flankierung

 

Durchführung                                                                                                        

SDG@School wird im ersten Schritt im Rahmen eines Piloten an zwei Berliner Grundschulen im Boxhagener Kiez umgesetzt. time2sustain kooperiert bei der Pilotentwicklung und -umsetzung mit stratum, das umfangreiche Erfahrung aus nachhaltigkeitsorientierten Projekten mit Schulen – z. B. aus dem „Köpfchen statt Kohle“-Programm – einbringt. Unterstützt wird der Pilot von Bauwert und ZIEGERT im Rahmen der querbeet-Initiative, die Projekte in den Bereichen Kunst, Sport und Bildung für den Boxhagener Kiez in Berlin fördert.

 

Langfristig ist das Ziel, die gewonnen Erkenntnisse aus dem Piloten zu nutzen, um das Programm an den Bedürfnissen der Schulen orientiert weiterzuentwickeln und an weiteren Schulen im Berliner Raum oder auch auf nationaler/internationaler Ebene anzubieten.

 

Partner

Konzeptpartner                                                                                                     

Pilotpartner                                                                                                     

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© Dr. Matthias Kannegiesser, time2sustain, 2018

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